Die Chronik der Bechsteinschule
1. Zeitabschnitt 1901 - 1911

evangelische Volksschule IX

Das Stadtgebiet, in dem unsere heute Schule steht, gehörte bis 1911 zur Gemeinde Ilversgehoven. An diese Gemeinde erinnert heute noch der Ilversgehovener Platz, unweit der Schule.
Damals gab es 2 Schulen in der Gemeinde, die katholische und die evangelische Volksschule. Finanziert wurde der Schulunterricht um 1910 durch die Gemeinde, die etwa 41,00 Reichsmark für jedes der 2.219 Schulkinder ausgab, um Lehrer, die damals ungefähr 642,00 Reichsmark jährlich verdienten, und Arbeitsmaterial bezahlen zu können.

Um 1901/1902 unterrichteten in der evangelischen Volksschule 18 Lehrer und Lehrerinnen in 21 Schulklassen. Die Klassen jedoch waren in vier verschieden Schulgebäuden untergebracht:
1. in der Breitestraße und
2. in einem Anbau der Breitestraße
3. in der Schulstraße und
4. in der Friedrichstraße, heutige Hans-Sailer-Straße
In der Friedrichstraße zum Beispiel gab es nur 2 Klassenräume, die 10m lang und 6m breit waren, hier mussten etwa 60 bis 80 Schüler Platz finden
Wegen der beengten Verhältnisse und den verteilten Unterrichtsräumen beschloss man 1905 den Bau der heutigen Bechsteinschule.
Der Schulbau wurde in 2 Bauabschnitten vom hiesigen Maurermeister Koethe errichtet.
Zu der neuen Schule sollten 2 Gebäudeteile gehören, die ein einheitliches Ganzes bilden. Der 1. Teil der neuen Schule wurde im Herbst 1906 fertiggestellt und der Unterricht begann daraufhin am 01.12.1906. Nun gab es 11 Klassenzimmer, 1 Zeichensaal, 1 Lehrerzimmer, 1 Rektorzimmer und die Wohnung des Schuldieners. Der 2. Teil der neuen Schule wurde von 1909 bis 1910 gebaut. Nach endgültiger Fertigstellung fanden in dieser Schule etwa 1.500 Schüler Platz.





2. Zeitabschnitt 1911- 1945

Volksschule 9, Alte Fritzschule

Im April des Jahres 1911 wurde die Gemeinde Ilversgehoven der Stadt Erfurt angeschlossen.
1911 leitete Rektor Belzig mit 22 Lehrern und 6 Lehrerinnen die Schule.
Auswärtige Schüler mussten jährlich Schulgeld in Höhe von 12,00 Reichsmark bezahlen
Mit der Eingemeindung wurde viel umbenannt, so wurde aus der Friedrichstraße die Alte Fritzstraße und aus der evangelischen Volksschule wurde die Volksschule 9, Alte Fritzschule.
Ab dem Jahre 1914 wurden Kinderhorte eingeführt, der Besuch war kostenfrei.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Alte Fritzstraße umbenannt in die heutige Hans-Sailer-Straße und aus der Volksschule 9 wurde die Überschule 9. Im Schuljahr 1945/1946 beherbergte die Schule 1.053 Schüler in 26 Klassen (ca. 41 Schüler je Klasse)





3. Zeitabschnitt 1946 - 1989

Polytechnische Oberschule 9, Hans-Sailer-Schule

1946 gab es 22 Klassen, darin 534 Mädchen und 344 Jungen.
Ab dem Jahre 1949 wurde die Schule Polytechnische Oberschule 9 genannt. Im Dezember ´49 besuchten 803 Schüler, und 15 unterrichtende Lehrer die POS.
Die Pionierbewegung erlebte in dieser Zeit großen Aufschwung, wobei sich schon 357 Schüler angeschlossen hatten.
Im Februar 1949 mussten Schüler und Lehrer wegen des bitterkalten Winters und dem daraus entstehenden Kohlemangel in die Lutherschule umziehen.

1950 gab es 842 Schüler und 17 Lehrkräfte. Es wurde in allen Klassen Fachunterricht erteilt.
Durch die Schliessung der POS 17 wurden die Schüler in die POS 9 umgesetzt.

1952 wurde die Schule zur Hans-Sailer-Schule umbenannt.
Im Jahre 1959 lernten 1.160 Kinder in 34 Klassen, wobei die durchschnittliche Klassenstärke ca. 34 Schüler je Klasse umfasste.
Die POS 9 war ein gefragter Partner der Pädagogischen Hochschule, viele angehenden Lehrer gaben in der POS 9 ihren ersten Unterricht.




4. Zeitabschnitt 1990 - 2000

Grundschule 6, Bechsteinschule

Seit dem Sommer 1991 sind wir die Grundschule 6.
Seit 11. Mai 1996 trägt unsere Schule den Namen "Bechsteinschule", nach Ludwig Bechstein, dem bekannten Thüringer Geschichtenerzähler und Sammler von Märchen.
Im Schuljahr 2001/2002 ist die Schülerzahl auf einem Tiefpunkt angelangt.
Das Schulhaus wird von ca. 180 Schülern besucht, wobei 11 Klassen eine Stärke von ca. jeweils 20 Kindern haben.
Heute leitet 1 Schulleiterin und deren Stellvertreterin 11 Lehrer und 5 Horterzieher.